Musikverein Mühlacker e.V.  - Benefizkonzert 2016 - Missa Katharina - Pauluskirche in Mühlacker Trommelwirbel, Bläserklang, Gesang:                                                                                                                                                                                      Beim Benefizkonzert in der Mühlacker Pauluskirche wurde am Sonntag ein breites Spektrum geboten. Mühlacker.   Der   Musikverein   Mühlacker,   die   Sänger   der   Kirchenchöre   der   evangelischen   Paulus-   und   St.-Andreas-Gemeinde,   der   Kirchenchor   der   katholischen Herz-Jesu-Gemeinde   und   des   Singkreises   der   Paul-Gerhardt-Gemeinde   hatten   am   Sonntag   auf   voll   besetzte   Bänke   in   der   Pauluskirche   gehofft.   Sie   hatten gemeinsam   zu   einem   Benefizkonzert   eingeladen,   dessen   Reinerlös   der   Flüchtlingsarbeit   in   Mühlacker    zugutekommen   soll.   Die   Hoffnung   wurde   ein   wenig enttäuscht: Nur etwa 380 Besucher unterstützten den guten Zweck. Ihr guter Wille wurde mit einem hochkarätigen Konzert belohnt. Die   frühabendliche   Musikstunde   begann   mit   überraschenden   Trommelwirbeln,   rasant   dargeboten   von   der „Dürrmenzer    Drumming    Group“,    deren    Mitglieder    sich    mit    ihren    Instrumenten    hinter    dem    Großen Blasorchester   postiert   hatten.   Als   die   jungen   Männer   vom   Verwendungszweck   der   Konzerteinnahmen   hörten, wollten   sie   ebenfalls   etwas   beisteuern,   was   sicher   auch   als   Dank   an   die   Mühlacker   Gemeinde   gedacht   war. Denn    sie    sind    selbst    Flüchtlinge,    kommen    aus    Gambia    und    werden    vom    Freundeskreis    Asyl    und    der Diakonischen Bezirksstelle betreut. „Was   haben   Pauken   in   der   Kirche   zu   suchen?“,   fragte   Pfarrerin   Gabriele   Goy   in   ihrer   Begrüßung.   „Viel“, erklärte    sie    und    zitierte    die    passende    Bibelstelle:    Pauken    wiesen    dem    Volk    Israel    den    Weg    aus    der Knechtschaft   in   die   Freiheit.   „Als   Christen   haben   wir   einen   Auftrag,   den   Flüchtlingen   in   Mühlacker   einen   Weg zu   weisen“,   fuhr   sie   fort   und   dankte   den   Menschen,   die   mit   ihrem   Besuch   die   Arbeit   der   Flüchtlingshelfer unterstützen. Der   Musikverein   führte   mit   der   „Toccata   for   Band“   des   amerikanischen   Komponisten   und   Dirigent   Frank   Erickson   (1923   bis   1996)   in   das   Konzert   ein.   Zum Taktstock griff Musikdirektor Horst Bartmann und stand mit der Rasanz dieses schwierigen Stückes den vorausgegangenen Trommlern in nichts nach. Die   vereinigten   Chöre   unter   der   Leitung   von   Heidi   Meyer-Frankenberger   stimmten   Gotteslob   an,   darunter   auch   Mozarts   „Ave   verum“   mit   einer   sehr   innigen Intonation.   Herkömmliche   Orgelpfade   verließ   Kantorin   Christiane   Sauter-Pflomm   und   überraschte   mit   gänzlich   unmajestätisch   klingenden   Tönen   des „Marche   des   Rois   Mages“   von   Théodore   Dubois.   Ein   ständig   klingender   hoher   Ton   darin   soll   den   Stern   symbolisieren,   der   die   fröhlich   und   beschwingt tänzelnden Könige nach Bethlehem führt. Die anschließende Toccata bot dann wieder Vertrautes. Herzstück    des    Konzerts    war    die    „Missa    Katharina“    des    niederländischen    zeitgenössischen    Komponisten    Jacob    de    Haan.    Die    Fähigkeit,    Musik    sehr differenziert   zu   interpretieren,   bewies   nun   der   Musikverein   Mühlacker   unter   der   Leitung   von   Musikdirektor   Horst   Bartmann.   Glanzvoll   mit   prächtigem Klangvolumen   eröffneten   die   Bläser   mit   dem   Präludium.   Es   folgten   Kyrie,   das   Gloria,   ein   Alleluia,   das   Credo,   ein   Offertorium,   das   Sanctus   und   Benedictus, Agnus   Dei,   das   Postludium   als   instrumentales   Nachspiel   und   zum   Abschluss   ein   alles   umfassendes   Amen.   Die   Chöre   und   Instrumentalisten   musizierten gemeinsam   fein   abgestimmt   und   ausgewogen.   Verwoben   in   dieses   kraftvolle   Klangerlebnis   war   der   ausdrucksstarke   Sopran   von   Regina   Sauter-Hittler,   die   in ihren Vorträgen Akzente setzte. Die   sich   sonst   fremden   Chöre   und   das   Orchester   hatten   sich   als   homogene   Einheit   zusammengefunden,   was   schon   für   sich   genommen   eine   Leistung   und wohl der präzisen Führung der beiden Dirigenten geschuldet war. Indes:   So   fremd   waren   sich   die   Akteure   auch   wieder   nicht.   Sie   hatten   das   Programm   bereits   2014   als   Jubiläumskonzert   in   der   Herz-Jesu-Kirche   aufgeführt. Der Zuspruch war damals so groß, dass sich eine Wiederholung fast aufdrängte.
Bericht MT vom 02.02.2016 - Eva Filitz